Das Vertreteramt, die Vertreterversammlung
Die grundsätzlichen, wesentlichen Entscheidungen in einer Genossenschaft liegen bei den Vertretern.

Der Vertreterversammlung ist Gelegenheit zu geben
  • den Lagebericht des Vorstandes
  • den Bericht des Aufsichtsrates
  • den Bericht über die gesetzliche Prüfung
zu beraten. Ihr unterliegt die Beschlussfassung über
  • die Feststellung des Jahresabschlusses (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang)
  • die Verwendung des Bilanzgewinns
  • die Deckung des Bilanzverlustes
  • die Verwendung der gesetzlichen Rücklage zum Zwecke der Verlustdeckung
  • die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates
  • die Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern
  • die Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern sowie den Widerruf der Bestellung und die fristlose Kündigung von Vorstandsmitgliedern
  • die Genehmigung von Richtlinien für Gemeinschaftsleistungen
  • die Festsetzung von Beschränkungen, die bei Gewährung von Kredit an denselben Schuldner eingehalten werden soll
  • die Durchführung von Prozessen gegen Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat
  • die Wahl der Bevollmächtigten zur Vertretung der Genossenschaft in Prozessen gegen Aufsichtsratsmitglieder, soweit sich die Prozesse aus ihrer Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied ergeben
  • die Änderung der Satzung
  • die Umwandlung der Genossenschaft durch Verschmelzung, Spaltung, Vermögensübertragung oder Formwechsel
  • die Auflösung der Genossenschaft und die Wahl der Liquidatoren
  • die Zustimmung zu einer Wahlordnung für die Wahl von Vertretern zur Vertreterversammlung
  • die Wahl von drei Mitgliedern zur Bildung des Wahlvorstandes
  • von die Zustimmung vor Veräußerung von Immobilien
  • sonstige Gegenstände, für die die Beschlussfassung durch die Vertreterversammlung gesetzlich vorgeschrieben ist.

Jedem Vertreter ist auf Verlangen in der Vertreterversammlung vom Vorstand oder Aufsichtsrat Auskunft über Angelegenheiten der Genossenschaft zu geben, soweit das zur sachgerechten Beurteilung des Gegenstandes der Tagesordnung erforderlich ist. Die Auskunft hat den Grundsätzen einer gewissenhaften und getreuen Rechenschaft zu entsprechen. Die Vertreter erhalten mehr und früher Informationen als die Mitglieder. Sie werden z. T. in Entscheidungsprozesse für ihren Wahl-/Wohnbezirk eingebunden, damit der Vorstand (mit der Geschäftsstelle) und der Aufsichtsrat ggf. die Belange vor Ort besser beurteilen können.

Die Tätigkeit als Vertreter ist ehrenamtlich. Neben der jährlichen ordentlichen Vertreterversammlung mit den notwendigen Beschlussfassungen, findet nur aus einem wichtigen Grund, eine weitere - außerordentliche - Vertreterversammlung statt. Zu der seit 2004 stattfindenden Werkstatt werden die Vertreter eingeladen, um gemeinsam mit den Gremien und ggf. Fachleuten aktuelle Themen zu diskutieren, die die zukünftigen Aufgaben und Zielsetzungen der Genossenschaft entscheidend beeinflussen.